Trichopeziza subsulphureum, T. perrotiodes oder doch etwas ganz anderes

#1
Liebe Pilzinteressiere, lieber Gernot,

ich möchte folgenden Ascomyceten-Fund zur Diskussion stellen, den Fabian und ich vor kurzem gemeinsam in den Donauauen gemacht haben.
Die ca. 2mm großen Becherlinge wuchsen an der Schnittfläche eines großen Baumstumpfes, am ehesten von Fraxinus, ev. war es aber auch Populus.

Ich komme mit meinen sehr bescheidenen Asco-Erfahrungen nach meinen Recherchen und Mikroskopieren am ehesten zu Trichopeziza subsulphureum:
auf Holz gewachsen, ungestielt
Haare gelblich (zwischen schwefelgelb und ockergelb) , gegen Unterseite Becherchen braun
Hymenium hell- bis mittelgraubraun
Sporen 8-12,5x 2,5-3,0, im Mittel 10x2,5, länglich elliptisch bis leicht gebogen
Textura intricata/globulosa
Haare enthalten gelbliches Farbpigment und sind inkrustiert, relativ dickwandig, Septen undeutlich sichtbar. KOH 3% intensiviert die gelbe Farbe
Siehe Mikro-Bilder

Ich hoffe, ich liege in der Gattung richtig.
Die Merkmale (frisch schwefelgelbe Haare, auf Holz wachsend) würden am besten zu T. subsulphureum passen. Von Baral wurde dann auch noch T. perrotiodes provisorisch beschrieben, die auf Holz wachsen soll. Dazu finde ich aber kaum verlässliche Die anderen Arten wachsen nicht auf Holz.

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Liebe Grüße
Christian

Re: Trichopeziza subsulphureum, T. perrotiodes oder doch etwas ganz anderes

#3
Lieber Gernot,

ich habe jetzt nochmals mikroskopiert, hatte aber leider an dem Ort wo ich gerade bin, nur Melzer und kein Lugol bei der Hand. Darin zeigte sich keine Verfärbung..
Die ca. 80-95 ym langen 6-8 am breiten Ascis sind an der Basis stark verklebt und in oft einer gelbbrauen amorphen Masse eingebettet. Ich glaube aber doch immer wieder die schnallenartigen Gebilde/Haken (croziers) gesehen zu haben. Aufgefallen ist mir auch, dass an den Haaren tropfenartige Auswüchse/Anhängsel vorhanden sind, Die Inkrustierung wird nach aussen oft stärker. Die Paraphysen stehen kaum über die Ascis hinaus. Sie sind ein wenig schmäler und laufen konisch aus.
Sporen habe ich bis zu einer Länge von 13,5ym gefunden.
Ich fotografiere immer mit einer kleinen Kompaktkamera durchs Objektiv. Ohne Mikroskopkamera und Stacking natürlich ein wenig unprofessionell....
Auf T. subsulphureum/perrotiodes bin ich über die Asco-Sonneberg Seite und ein paar postings auf pilzforum.eu gekommen.
Alles andere wie in meinem ersten posting.

Im Anhang noch ein paar zusätzliche Bilder.

Schöne Grüße
Christian

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