Inonotus obliquus f. sterilis

#1
Hallo zusammen
Anfang Januar habe ich ein Exemplar von Inonotus obliquus f. sterilis gefunden. Dies war ein Erstfund für mich und ich habe
mich entschlossen, ein wenig damit zu experimentieren. Ich habe die Knolle entfernt und konnte aus dem darunter liegenden
Holz Myzel isolieren und nach einigen Problemen mit Kontaminationen (Hefen) ist es auf dem Nährboden gut angewachsen.

Das Myzelwachstum ist auf Kartoffel-Glucose-Agar signifikant schneller und kräftiger, als auf Malzextrakt-Agar.
Das Myzel ist zuerst weiss und nimmt dann die Farben an, wie man sie auch im Inneren der sterilen Fruchtkörper findet.
Nachdem die Petrischale etwa zu dreiviertel besiedelt ist, bilden sich Ansätze der originalen Fruchtkörper, die man
in der Natur so extrem selten findet.

Ich habe auch eine Kultur angelegt auf der Basis von Getreidekörnern und Sägemehl.
Mal schaun was daraus wird. Vielleicht bildet sich ja auch hier irgendwann ein Fruchtkörper.
Gruss
Gerhard

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Re: Inonotus obliquus f. sterilis

#2
Servus Gerald,

interessantes Experiment mit einem erstaunlichem Ergebnis. Das sich die extrem schwer aufzuspürenden Fruchtkörper bereits in einer Petrischale entwickeln können hätte ich nicht erwartet.

Bitte dranbleiben & weiterberichten,

LG
Peter

Re: Inonotus obliquus f. sterilis

#3
Hallo Peter

Das hat auch mich erstaunt, dass sich so leicht Fruchtköper bilden. Viel grösser werden sie wahrscheinlich nicht mehr
in der Petrischale. Dazu ist die Myzelmasse zu klein. Aber vieleicht bilden sich ja in den Gläsern grössere Fruchtkörper.
Auf jeden Fall ein sehr interessanter Pilz und es ist spannend, ihm bei der "Arbeit" zuzuschauen.

Gruss
Gerhard

Re: Inonotus obliquus f. sterilis

#5
Irmgard hat geschrieben:
03.02.2020, 21:15
In China wird I. obliquus zwecks Gewinnung der Inhaltsstoffe in Flüssigkultur gezüchtet.

Hallo Irmgard

Auf vielen Seiten im Internet wird behauptet, dass nur wild gewachsene Exemplare die pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe
enthalten würden. Das ist Unsinn. Das Myzel von Inonotus obliquus ist fähig, die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe wie ß-Glucan, Betulin,
Polyphenole etc. wie du erwähnt hast, auch in Flüssigkultur oder aber auch auf soliden Substraten wie z.B. Reiskörnern zu synthetisieren :

www.ajol.info/index.php/ajb/article/vie ... 867/124382

Gruss
Gerhard